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Initiation Teil-4 Schwellenland

Aktualisiert: vor 1 Tag


Fazit.


Es geht nicht um einen Jahrmarkt der Erfahrung.


Es geht um Ausgleich und Entwicklung. 



Um einen Ausgleich zu einer Lebensweise, die fast ausschließlich über Denken, Leistung und Kontrolle organisiert ist. Um einen Ausgleich für ein Nervensystem, das kaum noch zur Ruhe kommt. 


Um einen Ausgleich für eine Psyche, die gelernt hat zu funktionieren, aber verlernt hat zu lauschen.



Der "innere Ruf", von dem hier die Rede war, ist der Ruf nach Kontakt mit tieferen Schichten des Menschseins in sich selbst. 


Mit dem Körper. Der Seele. Mit Empfindung. Mit Stille. Mit Zuständen, in denen die Dominanz der Ratio für eine Zeit zurücktritt. 



C. G. Jung sprach hier vom Kontakt mit dem Unbewussten, Graf Dürckheim vom „Inneren Drang des Wesens“. Prof. Dr. Felicitas Goodman zeigte, dass Menschen seit jeher gezielt veränderte Bewusstseinszustände aufsuchten – nicht als Flucht, sondern als Quelle von Neuordnung, Sinn und innerer Balance.


Solche Zustände sind kein Sonderfall. Sie gehören zur menschlichen Ausstattung. Auch im Tierreich finden sich entsprechende Verhaltensweisen. Man kann das existenziell verstehen: als Bedürfnis nach Regulation, nach Erweiterung, nach innerem Gleichgewicht.



Was heute oft fehlt, sind bewusste Rahmen und Orte dafür.


Ohne Rahmen werden diese Erfahrungen vermieden, pathologisiert oder unkontrolliert gesucht – oft in Form von meist negativen Exzessen. Mit Rahmen werden sie zu etwas anderem: zu einer bewussten Öffnung der Selbsterfahrung. Nicht, um etwas zu beweisen, sondern um sich selbst in weiteren Erfahrungsräumen zu erleben und zu begegnen.



Ich arbeite mit Menschen, die äußerlich funktionieren und dennoch spüren, dass da mehr ist. 


Mehr Tiefe. Mehr Weite. Mehr Menschsein. Diese Arbeit ist kein Reparaturbetrieb. Sie ist ein Entwicklungs- und Erfahrungsfeld. Ein Gegenpol zu einer einseitig verstandenen Vernunftkultur.



Die eingesetzten Methoden – Atem, Körperarbeit, Naturerfahrung, gezielte Schwellen- und Grenzzustände – sind Mittel, keine Ziele. 


Entscheidend ist, Verantwortung für den Rahmen zu übernehmen, in dem Erfahrung stattfinden kann: geerdet, sicher, integrierbar.



Wie beim Klettern: Einer geht den Schritt selbst. Aber er fällt nicht ins Bodenlose. Vertrauen entsteht, weil jemand da ist, der unten sichert – der die Verbindung hält und den Übergang bewacht.



Es geht um einen schrittweisen, voll bewussten Akt:


die Kontrolle des "Alltags-Ichs" für eine Zeit abzugeben,


damit sich zeigen kann, was aus tieferen Schichten für das eigene Leben wesentlich und wichtig ist. 


Denn so wie noch sehr naturverbundene Menschengruppen, ist es auch uns im industriellen Westen möglich, innere Erfahrungen zu machen, die uns danach völlig neue Perspektivwechsel ermöglichen, die uns dann wiederum helfen zu reifen, hin zu Jemandem den C.G.Jung im vollen Sinne "Person" genannt hätte. Ein Mensch der sein volles Potential entwickelt hat. 




 
 
 

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